
07 Jan. 20+ JAHRE ENTERTAINMENT BUSINESS. WARUM NUR WENIGE DURCHHALTEN.
Über 20 Jahre Selbständigkeit im Musik- und Medienbusiness sind kein Erfolgsmärchen. Sie sind ein Filter. Und die meisten fallen durch.
Nicht spektakulär.
Nicht mit Knall.
Sondern leise, schleichend, mit Ausreden.
Wer hier nach zwei Jahrzehnten noch steht, hat nicht „gewonnen“.
Er ist schlicht nicht verschwunden.
Und das ist in dieser Branche bereits eine statistische Anomalie!
DIE BRANCHE IST NICHT HART. SIE IST GLEICHGÜLTIG.
Das ist der erste Punkt, den viele nicht verstehen.
Das Musik- und Medienbusiness ist nicht unfair.
Es ist egal.
Egal, wie viel Herzblut du reinsteckst.
Egal, wie gut du bist.
Egal, wie lange du schon dabei bist.
Der Markt belohnt keine Anstrengung.
Er belohnt Funktion.
Wer das zu spät begreift, arbeitet jahrelang an der falschen Stelle seines Lebens.
TALENT IST DIE EINTRITTSKARTE. MEHR NICHT.
Talent ist nichts Besonderes.
Es ist die Grundvoraussetzung.
Jeder Zweite ist talentiert.
Jeder Dritte hochmotiviert.
Fast alle sind überzeugt, dass sie „eigentlich besser sind als der Markt“.
Genau hier beginnt das Problem.
Denn Talent ohne Struktur ist Selbstbetrug.
Leidenschaft ohne Wirtschaftlichkeit ist Selbstausbeutung.
Und Kreativität ohne Positionierung ist austauschbar.
Zwanzig Jahre überlebt man nicht mit Können.
Sondern mit Entscheidungen, die wehtun.
DIE GROSSE LÜGE VOM KREATIVEN LEBEN
Die Branche verkauft eine Erzählung:
Freiheit. Selbstverwirklichung. Unabhängigkeit.
Die Realität:
– Unsicherheit
– Projektstress
– Dauerverfügbarkeit
– kein Sicherheitsnetz
Selbständigkeit im Kreativbereich ist kein Ausdruck von Freiheit.
Sie ist ein Vertrag mit Unsicherheit.
Und wer diesen Vertrag unterschreibt, ohne die Konsequenzen zu lesen, zahlt später doppelt.
WARUM DIE MEISTEN NACH 5–7 JAHREN AUFGEBEN
Nicht wegen mangelnder Qualität.
Sondern wegen falscher Annahmen:
„Wenn ich gut bin, kommt der Erfolg automatisch.“
„Das regelt sich mit der Zeit.“
„Ich muss nur sichtbarer werden.“
Nein.
Muss man nicht.
Man muss relevanter werden.
Und Relevanz entsteht nicht durch Selbstdarstellung, sondern durch Problemlösung.
SICHTBARKEIT IST KEIN GESCHÄFTSMODELL
Das kann man nicht oft genug sagen.
Follower sind kein Kapital.
Reichweite ist kein Umsatz.
Likes sind keine Absicherung.
Wer nach zehn Jahren noch sagt:
„Ich muss nur noch bekannter werden“,
hat das Spiel nicht verstanden.
Zwanzig Jahre überlebt man nicht mit Aufmerksamkeit.
Sondern mit Vertrauen.
„DAVON LEBEN“ IST KEIN BESCHEIDENER BEGRIFF
„Davon leben können“ klingt klein.
Ist es aber nicht.
Es bedeutet:
– nicht jeden Auftrag annehmen zu müssen
– Preise nicht rechtfertigen zu müssen
– Rücklagen zu haben
– Durststrecken zu überstehen
Die Wahrheit:
Viele arbeiten im Musik- und Medienbereich unter Mindestlohn, nennen es aber Berufung.
Das ist kein Idealismus.
Das ist Verdrängung.
DIE FÄHIGKEITEN, DIE KEIN COACH VERKAUFT
Zwanzig Jahre überlebt man nur, wenn man Dinge lernt, die niemand feiern will:
Nein sagen
Zu Prestigeprojekten. Zu „spannenden Chancen“. Zu Leuten ohne Budget.
Grenzen setzen
Zeitlich, emotional, wirtschaftlich.
Preise halten
Nicht diskutieren. Nicht erklären. Nicht einknicken.
Kunden aussortieren
Nicht jeder Kunde ist ein Segen. Manche sind ein Risiko.
Rückschläge einplanen
Wer davon ausgeht, dass alles läuft, plant falsch.
WARUM ERFOLGSGESCHICHTEN SCHADEN
Die Branche liebt Erfolgsgeschichten, weil sie Hoffnung verkaufen.
Aber Hoffnung ist kein Plan.
Erfolgsgeschichten verschweigen:
– die vielen Fehlentscheidungen
– die Durststrecken
– die Jahre ohne Wachstum
Sie verzerren die Wahrnehmung. Und erzeugen falsche Erwartungen.
Zwanzig Jahre Selbständigkeit sind keine Erfolgsgeschichte.
Sie sind ein Überlebensprotokoll.
MARKTWANDEL IST KEINE AUSREDE
Technologien ändern sich.
Plattformen kommen und gehen.
Budgets schrumpfen.
Das ist keine Krise.
Das ist Normalzustand.
Wer hier bestehen will, braucht:
– keine Tools
– keine Hypes
– keine Abkürzungen
Sondern:
Klarheit
Anpassungsfähigkeit
Prinzipien
SELBSTÄNDIGKEIT IST EIN UNTERNEHMERISCHER ZUSTAND
Das ist der Punkt, an dem viele innerlich aussteigen.
Selbständigkeit ist kein verlängertes Hobby.
Kein künstlerischer Ausnahmezustand.
Kein Protest gegen das System.
Sie ist Unternehmertum.
Mit allem, was dazugehört.
Wer das ablehnt, wird früher oder später aussortiert.
WARUM 20 JAHRE KEIN ZIEL SIND, SONDERN EIN NEBENEFFEKT
Niemand sollte sich vornehmen, zwanzig Jahre selbständig zu sein.
Das ist kein Ziel.
Das ist ein Resultat.
Das Resultat von:
– realistischen Erwartungen
– unromantischen Entscheidungen
– der Fähigkeit, sich selbst auszuhalten
ERFOLG, OHNE IHN SO ZU NENNEN
Erfolg ist nicht laut.
Er braucht keine Bühne.
Er zeigt sich darin:
dass Kunden wiederkommen
dass Arbeit funktioniert
dass man nicht ständig erklären muss, warum man seinen Preis wert ist
Das ist unspektakulär.
Und genau deshalb stabil.
KEIN APPLAUS. NUR REALITÄT.
Zwanzig Jahre Selbständigkeit im Musik- und Medienbusiness sind kein Beweis für Größe. Aber sie sind ein Beweis für Standfestigkeit.
Für Entscheidungen gegen den Hype.
Gegen falsche Vergleiche.
Gegen romantische Lügen.
Wer so lange bleibt, braucht keine Erfolgsgeschichte.
Die Zeit hat längst entschieden.























































